Man kann es kaum fassen, seit 54 Tagen sind wir nun in Dublin. Heute wurde mir das erste mal richtig bewusst, dass die Zeit hier nun bald vorüber ist und es zurück nach Deutschland geht. Mein Chef hat mir heute in gewisser Weise Anstoß zu dieser Erkenntnis gegeben, als er nach meiner Anschrift in Deutschland, für die Beurteilung, fragte. 54 Tage ist es her, dass wir am Dubliner Flughafen angekommen sind und erst einmal ohne Vorahnung auf den Taxifahrer warteten, der uns für 56 Tage in eine “fremde” Welt brachte.
Die Zeit kommt einem im Nachhinein kürzer vor als man sie eigentlich erlebt hat. Vor allem die ersten zwei Wochen waren für mich, als auch für meinen Zimmerbewohner und Kumpel Alex, nicht die leichtesten. Eine komplett neue Stadt, neue Kollegen, eine neue Wohnung, ein neues Bett, Menschen, die zwar in einer nicht ganz fremden Sprache reden, aber doch neu für einen waren. Ab der dritten Woche hat man dann angefangen sich langsam einzuleben, man kam in ein Trott hinein, der dann auch die nächsten fünf Wochen anhielt. Morgens um 7.30 hieß es aufstehen, anziehen und duschen, ab zum Bus, arbeiten, mit dem Bus zum Apartment (nach “hause”) und eigentlich immer gegen 19.00 Abendessen. Am Wochenende hieß es dann eigentlich immer “ab zur Temple Bar” und am Sonntag wurde ausgespannt oder eine kleine Tour gemacht.
Es war für mich eine sehr ereignisreiche Zeit, zumal ich noch nie länger als 3 Wochen von zu Hause weg war. Es war in gewisser Weise ein Duft von “Freiheit” , man konnte so ziemlich alles tun worauf man Lust hatte und hatte kaum Verantwortung, man war auf sich und seine Fertigkeiten gestellt und es war das erste Mal, dass ich mit jemanden länger als 3 Wochen auf engsten Raum zusammen wohnte (abgesehen von der Familie). Ich denke ich bin durch den Aufenthalt hier in Irland offener für neue Dinge und Umstände geworden, ich habe einige meiner Prinzipien über Bord geworfen, weil man einfach merkt, dass man nicht weit kommt, wenn man nicht mal über den Tellerrand schaut.
Gut gefallen hat mir hier definitiv das Arbeiten. Ich wurde vom ersten Tag an super aufgenommen und musste auch keine typischen Praktikantenaufgaben machen, sondern habe von Anfang dieselben Aufgaben wie meine Kollegen übernommen. Es ist einfach klasse wie offen, freundlich die Kollegen hier sind und auch der Chef, der auch mal ein Ohr für jemanden hat wenn etwas nicht so gut läuft. Super gefallen hat mir außerdem der irische Humor, es wird viel geflucht und geschimpft, aber kaum etwas davon ist ernst gemeint.
Trotz all dieser schönen Erfahrungen freue ich mich definitiv auf Deutschland und möchte mich an dieser Stelle auch nochmal bei meinen Gruppenmitgliedern für die tolle Zeit bedanken. Ein großes Danke geht an Alex, meinen Zimmerkollegen und privaten Kameramann, mit dem ich echt eine super tolle Zeit hatte und haben werde. Er hat mich aufgebaut wenn es mal nicht so gut lief und zusammen hatten wir hier einfach super viel Spaß. Micha- in ihm habe ich jemanden gefunden mit dem ich meine Kaffeleidenschaft teilen kann und er auch oft morgens schon einen Kaffee für mich mitgemacht hat, als ich noch schlaftorkelnd ins Wohnzimmer getapst bin. Peter- mit ihm habe ich so manchen Abend mit WingTsun Trainingsstunden verbracht und auch einiges daraus mitgenommen. Jessica- unsere kleine Grinsekatze, die es irgendwie immer geschafft hat einen zum Schmunzeln zu bekommen. Tony- wegen dem ich so manches mal fast einen Herzinfarkt bekomme haben (Cliffs of Moher!). Chris- mit dem man vor allem abends viel Spaß beim feiern hatte und der auch mal für ein Gespräch zu haben war. Zu guter letzt Oliver- mit seinem Entdeckermut hat er uns so manche schöne Stelle bei der Wicklow Mountain Tour gezeigt und uns so wundervolle Bildmotive möglich gemacht.
Mein größter Dank geht allerdings an meine Freundin und Familie insb. an meine Mutter, die mich 21 Jahre zur Selbsständigkeit erzogen hat und mir gezeigt hat, wie ich auch in Irland abwechslungsreicher als Chips und Cola essen kann. And last but not least meine Freundin, die die ganze Zeit über ein offenes Ohr für mich hatte, auch wenn ich ein paar Tage hatte an denen es mir nicht so gut ging, die mir die Zeit hier sehr versüßt hat und immer noch auf mich in Deutschland wartet, obwohl ich so lange weg war.
Zum Schluss möchte ich gerne noch einmal ein paar Lieder auflisten, die mich die ganze “Irlandzeit” über begleitet haben.
My personal favourite playlist:
…und last but not least…
Ich vermisse dich soooo sehr! Morgen ist es soweit und dann laesst du “bloedmann” mich nie wieder so lange alleine;)
Tolles Fazit, Manu, gefaellt mir;)
Einer der besten Blogs, den ich hier in der Zeit lesen durfte *respekt* und Daumen hoch!!
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